Prantl mit Gross und Wagner - Foto LehmeierDer Saal im Kirchenwirt, anheimelnd warm an diesem kalten Januarabend und stimmungsvoll beleuchtet, füllte sich rasend schnell und am Ende war praktisch jeder Platz belegt. Offenbar versprach man sich viel vom angekündigten Referenten und war neugierig auf seine Aussagen. Der bekannte Journalist, Publizist, ehemalige Leiter des Ressorts Innenpolitik und Mitglied der Chefredaktion der SZ, Heribert Prantl, war auf Einladung von Silvia Gross, SPD-Landratskandidatin und Dr. Carolin Wagner, MdB, gekommen, um aus seinen zahlreichen und vielschichtigen Büchern zu lesen und mit den beiden Politikerinnen über Menschlichkeit, Frieden und verschiedene politische Themen der Zeit zu sprechen. Nach Carolin Wagner, die ihrer Freude über den zahlreichen Besuch aus Schierling und Umgebung Ausdruck verlieh und einige der prominenten Gäste im Raum begrüßte, darunter die Bürgermeisterin von Mintraching Angelika Ritt-Frank, die evangelische Pfarrerin Veronika Mavridis, Bezirksrat Bruno Lehmeier, SPD-Kreisräte und-Kreisrätinnen sowie Mitglieder des SPD-Kreisvorstands aus dem Landkreis Regensburg und SPD-Mitglieder aus den umliegenden Gemeinden, übernahm Silvia Gross die Vorstellung des Autors.
Gross und Prantl kennen sich über verschiedene christliche, aber auch mediale Foren, denn Silvia Gross hat sowohl Theologie studiert als auch eine journalistische Ausbildung absolviert. Sie wies darauf hin, wie Heribert Prantl, geprägt durch ein christliches Menschenbild, seine Erkenntnisse aus dem Studium der Rechtswissenschaft (Dr.jur.), der Geschichte und Philosophie sowie seiner Amtszeit als Richter und Staatsanwalt, bevor er sich ganz der Tätigkeit als Journalist und Autor widmete, in seine umfängliche und tiefgreifende Auseinandersetzung mit dem politischen Weltgeschehen hat einfließen lassen.
Niedergeschrieben sind seine Erkenntnisse, Analysen und Gedanken in zahlreichen Büchern, Kolumnen und Essays. Wenn er als Gast bei verschiedenen öffentlichen Formaten Stellung bezieht, zu Krieg und Frieden, der Bedeutung des Grundgesetzes, hinweist auf die Grundrechte des
Einzelnen, von gesellschaftlicher Verantwortung und einem schicksalsausgleichenden Sozialstaat spricht, appelliert er sowohl an die politisch Verantwortlichen, als auch an die Verantwortung jedes Einzelnen. Als launiger Erzähler, ist es ihm anschließend schnell gelungen, die Anwesenden in seinen Bann zu ziehen. Man wurde mitgenommen in die Zeit seiner Kindheit, als Oma Maria die Erinnerungen an 2 Weltkriege in einer Kiste aufbewahrte und sich einfach nur Frieden wünschte und die ans Bett gefesselte Tante ihm und seinen Brüdern endlos vorlas. Warum er, der schon als Schüler gern aufschrieb, was um ihn herum passierte, endlich ganz zum Schreiben kam, erfuhr man ebenso, wie seine Einstellung zum Raubtierkapitalismus, seine Ablehnung atomarer Aufrüstung und seiner Befürwortung eines Verbotes der AfD. Das Grundgesetz sehe sehr wohl vor, Parteien zu verbieten, die die freiheitliche Grundordnung, den Grundpfeiler unseres Zusammenlebens, aushebeln und mit
abscheulichen Redensarten niedermachen, so Prantl. Aber vor allem Artikel eins des Grundgesetzes hat sich wie ein roter Faden durch alle an diesem
Abend gestreiften Themen gezogen. Die unantastbare Würde des Menschen, aller Menschen, egal wo sie leben, woher sie zu uns kommen, egal welcher Hautfarbe und welchen Lebensstil sie pflegen, egal wie alt, muss obersten Stellenwert bei allen politischen Entscheidungen, aber auch im
Kampf ums Überleben auf diesem Planeten und unserem Verhalten untereinander haben. Dafür gab es langanhaltenden Applaus.
Nach einem kurzen Austausch mit dem Publikum, bei dem vor allem das kontroverse Thema Pazifismus diskutiert wurde, konnte man noch am Bücherstand mit dem Autor ins Gespräch kommen.