Rita Röhrl: "Es gibt keine unwichtigen Termine"

Kreisvorstand

Rita Röhrl mit Rainer Hummel

Dass das Wahlergebnis vom 14. Oktober kein Grund ist, den Kopf in den Sand zu stecken, da waren sich
die Mitglieder der SPD im Landkreis Regensburg einig. Am Wochenende, 27. und 28. Oktober, hatte sich
der Vorstand zusammen mit interessierten Mitgliedern in Rötz im Landkreis Cham eingefunden, um in
Klausur zu gehen. Am Samstagvormittag stand Motivation auf dem Programm: Rita Röhrl, Landrätin aus
dem Landkreis Regen, war nach Rötz gekommen, um zu berichten, wie man "als bayerischer Sozi
Wahlen gewinnen kann".

Für viele doch etwas überraschend wurde Rita Röhrl am 8. Oktober 2017 zur Landrätin des Landkreises
Regen gewählt. Ihr Amtsvorgänger Michael Adam hatte eine weitere Kandidatur abgelehnt, und so
schmiss Röhrl, damals 63 Jahre alt, alle ihre Pläne um. Eigentlich, so berichtet sie, hätte sie nach dann 30
Jahren als Bürgermeisterin in Teisnach 2020 bei den Kommunalwahlen nicht mehr antreten wollen.
"Doch dann wurde ich zum Hoffnungsträger mit 63 dreiviertel", schmunzelt sie. Die Stichwahl fand dann
einen Tag vor Röhrls 64. Geburstag statt. Sie konnte sich mit 54,1 Prozent gegen den CSU-Kandidaten
Stefan Ebner durchsetzen.
Wahlen, so berichtet Röhrl, gewinne man "nicht sechs Wochen, nicht zwei Monate vor der Wahl",
sondern nur durch kontinuierliche Arbiei. Ihr Bürgermeisteramt sei natürlich ein guter Ausgangspunkt
gwesen, viele Menschen haben si gekannt. Das lag wahrscheinlich auch daran, dass Röhrl nach dem
Grundsatz "Es gibt keine unwichtigen Termine" handelt. "Von Work-Life-Balance ist da dann allerdings
keine Rede mehr", gibt die heute 65-Jährige zu.
Röhrl gibt allen, die für Mandate kandidieren, den Tipp, die "Sprache der Menschen" zu sprechen. Wer
krampfhaft meine, Hochdeutsch sprechen zu müssen, obwohl er eher dialektgefärbt spreche, wirke nicht
authentisch. Letztlich gelte dies natürlich auch umgekehrt. Jemand, der eher Hochdeutsch spricht, und
versucht, betont Bairisch zu sprechen, der werde scheitern. Wichtig sei es jetzt auch, "in die Bütt zu
steigen", so Röhrl. "Wir dürfen uns nicht zurückziehen!" Und: "Wir müssen Zeichen ,nach oben' senden."
Ihr eigener Bezirksverband wird sich mit einem Schreiben an den Landesvorstand wenden und die
Vorstellungen der niederbayerischen Basis vortragen. Alle Mitglieder fordert Röhrl auf, sich in die Parei
auf den verschiendenen Ebenen einzubringen und Themen zu setzen.
Die Klausurteilnehmer quittierten den Bericht Röhrls mit großem Applaus. Der Regener Landrätin war es
gelungen, ein Stück weit ihre Motivation auch in die SPD im Landkreis Regensburg zu übertragen. Und
keine Frage: Röhrls Enthusiasmus, ihre Leidenschaft und ihre klare Haltung können Vorbild für andere
Sozialdemokraten sein, Kreisvorsitzender Rainer Hummel dankte Rita Röhrl für ihr Kommen und
überreichte ein kleines Geschenk als Dankeschön.